Seit vielen Jahren hat sich die Art der Lackierung von Segelflugzeugen kaum geändert:
Es wird ein Polyester-Lack ("Schwabbellack" oder "T35 Vorgelat" genannt) in die offene Form gespritzt und "nass in nass" dort hinein die Flügel- bzw. Rumpfschale aufgebaut. Das "Geheimnis" der unterschiedlichen Qualität des Lackes verschiedener Flugzeughersteller liegt dann unter anderem in dem verwendeten Lack-Fabrikat.
Nach der Rohbaumontage werden die Nähte verputzt und nachlackiert und dann wird geschliffen mit immer feinerem Papier bis zur letzten Polierung. Unabhängig von dem verwendeten Lack ist das immer eine äußerst schwierige Arbeit, die man erst nach Jahren perfekt zu beherrschen lernt.
So entsteht eine sehr ebenmäßige Lackierung, auch weil der Lack eine gewisse Dicke aufweist und Schrumpfungen des darunter liegenden Gewebes ausgleicht.
Selbst wenn der Lack von hoher Qualität ist, kommt es aber - abhängig vom Fabrikat - vor,
Überlegen Sie mal, wie hart Autos behandelt werden, die jahrelang im Sommer wie im Winter im Freien stehen und deren Lack dann immer noch gut aussieht. Warum nehmen wir nicht solchen Lack?
Die Antwort ist ganz einfach, dass die Verarbeitung dieser Lacke recht schwierig ist und leicht ein "Orangenhaut-Effekt" entsteht:
Man kann sie nur sehr dünn auftragen und danach kaum noch weiter schleifen. Und man benötigt dafür sehr hochwertige Spritzkabinen mit peinlichster Sauberkeit in einer Größe, in die ein ganzer Flügel hineinpasst. Eine Autolackierer-Spritzkabine ist dafür im allgemeinen zu klein!
Und ganz nebenbei bemerkt ist dieser Lack auch sehr sehr teuer.
Dann allerdings bietet der Polyurethan-Lack (PUR-Lack) eine überragende Qualität und er ist so elastisch, dass es nicht zu Rissbildungen kommt, selbst dann nicht, wenn der darunter liegende Füller haarfeine Risse bekommen würde.
Selbst wenn Sie weiterhin Ihr wertvolles Flugzeug nicht wie ein Auto draußen stehen lassen, ist die PUR-Lackierung uneingeschränkt die bessere Alternative. Gleichbleibend hohe Qualität des Lackes über Jahrzehnte wird Sie überzeugen.
DG Flugzeugbau ist jetzt in der Lage, die DG-808 und die DG-1000 in PUR-Lack zu liefern. Und auch das Reparieren ist mit dem von uns verwendeten Lacksystem problemlos möglich.
Wilhelm Dirks hat ein paar kurze Hinweise verfasst, wie eine evt. notwendige Reparatur vorzunehmen ist.
Sie können sich das Dokument herunter laden.
![]()
Mit dem Umzug in unsere neue Produktionshalle haben wir eine sehr teure aber auch hervorragend arbeitende neue Spitzkabine gebaut.
Hier lässt sich eine PU-Lackierung viel sauberer und einfacher aufbringen, als das in der alten Anlage möglich war.
Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, für die Zukunft die PU-Lackierung unseren Kunden besonders dringlich anzubieten, denn sie ist wirklich besser für das Flugzeug und nun können wir sie auch in noch einwandfreierer Qualität liefern.
Um die PU-Lackierung zu fördern, haben wir für alle Flugzeuge den Preis der PU-Lackierung erheblich gesenkt und zwar um fast 50%! Die Lackierung kostet jetzt einen deutlich geringeren Aufpreis, der sich schon durch eine einzige eingesparte Lackreparatur in Standardfinish bezahlt machen wird. Außerdem ist der PU-Lack bekanntlich wesentlich UV-stabiler, so dass die Flugzeuge im Laufe der Jahre nicht vergilben. Und vor allem gibt es keine Lackrisse mehr beim Wellenfliegen. In Italien fliegen schon seit Jahren einige Piloten mit PUR-lackierten Maschinen regelmäßig in großer Höhe in Wellen - ohne Probleme. Ein Standardfinish kann da schon Risse bekommen!
Das bisherige Lackiersystem, welches üblicherweise gewählt wird, ist inzwischen mehr als ein Viertel Jahrhundert alt. Ihr Auto wird heute auch ganz anders lackiert als in den 70er Jahren. Warum soll man den Fortschritt nicht auch für Flugzeuge übernehmen?
Unser dringender Rat an alle neue Kunden:
- auch beim "Standardfinish gibt es Qualitätsunterschiede -
Auf der SSA Convention in Atlanta hatte ich ein interessantes Gespräch:
Unser neuer LS-Vertreter sagte zu mir:
"Friedel, ich bekomme Flugzeuge aus den gesamten Vereinigten Staaten in meinen Betrieb für ein Neu-Finish. Die Maschinen sehen manchmal wirklich nicht mehr schön aus mit Rissen und großen Vergilbungsstellen. Ich bekomme Flugzeuge der Marke "LS-Schneider", ...............-Flugzeuge, ganze viele ..............-Flugzeuge, aber nie eine "DG". Wie kommt das bloß?"
Wilhelm Dirks war auch anwesend und erklärte sehr einfach:
Die anderen genannten Hersteller verwenden seit vielen Jahren das "T35-Vorgelat" zum Spritzen der Formen. Nur DG nimmt schon immer den so genannten "Schwabbellack". Das T35 bietet deutliche Vorteile in der Verarbeitung beim Hersteller. Man kann alle Formen auf einmal lackieren und stehen lassen, um am nächsten Morgen weiter zu arbeiten. Man kann also in den trockenen Lack das Harz einrollen. Beim Schwabbellack dagegen muss man "nass in nass" arbeiten, weshalb der Lackierer morgens um 5.00 Uhr anfangen muss mit dem Spritzen der Formen und auch nur eine einzige Form fertig machen kann, dann zwei Stunden später erst die nächste und wieder 2 Stunden später die dritte usw. Das bedingt natürlich einen komplizierteren Herstellungsprozess und letztlich "Kosten".
ABER:
Der Schwabbellack ist einfach "besser" sowohl im Aussehen des Neuflugzeugs als auch vor allem in der langfristigen Haltbarkeit durch die "Nass-in-Nass-Technik". Ich denke, den Mund nicht zu voll zu nehmen, wenn ich behaupte, dass DG überall für ein besonders gutes Finish bekannt ist. Und jetzt kennen Sie den Grund!
Unser externer Finishbetrieb FBS erzählt immer wieder, dass Kunden bei Neulackierungen nur eine Forderung stellen nämlich die nach einer "DG-Qualität".
![]()
Es ist eigentlich selbstverständlich, dass das übliche "DG-Finish" auch bei den
neu hinzu gekommenen LS-Flugzeugen angewendet werden wird!
Wir hatten in Bruchsal einen Experten aus der Automobilindustrie, der uns eine Fülle von Tipps und Tricks nannte zur Verarbeitung verschiedener Lacksysteme. Sehr ausführlich sprachen wir auch über die Widerstandsfähigkeit der Lacke gegen Witterungseinflüsse und Chemikalien, woraus sich automatisch Hinweise zur optimalen Pflege der Oberfläche Ihrer Flugzeuge ergeben:
Grundsätzlich sollte man sich zu eigen machen, das Flugzeug nur mit klarem Wasser zu waschen. "Pronto" als Universalreiniger von starken Verschmutzungen ist unschädlich. Gleiches gilt für Neutralseife. Andere Reinigungsmittel aus dem Autohandel (Kunststoff-Reiniger, "Cockpit-Reiniger", Mücken-Entferner, etc) sind insoweit kritisch, als niemand die Zusammensetzung kennt. Vorsichtshalber verbieten wir als Hersteller den Einsatz solcher Materialien.
Nicht verwenden sollten Sie Glasreiniger (Plexiglas ist kein Glas!) und Chemikalien wie Benzin, Öl, Frostschutzmittel und Bremsflüssigkeit. Alle diese Chemikalien sollten Sie sofort abwischen, wenn sie den Lack verschmutzt haben. Das aggressivste Mittel ist zweifellos Bremsflüssigkeit (falls Ihr Flieger über eine Scheibenbremse verfügt). Das Zeug greift jeden Lack an! (Es gibt zwar auch Bremsflüssigkeiten auf Mineralölbasis, die harmlos sind, doch verwenden wir die vom Hersteller vorgeschriebene Bremsflüssigkeit und die ist für den Lack leider sehr aggressiv.)
Ein Problem sind auch die Abklebebänder:
Die Klebstoffreste können Sie mit Aceton oder besser mit Waschbenzin abreiben. Manchmal und besonders bei ostasiatischen "Billigbändern" enthält der verwendete Klebstoff abenteuerliche Zutaten, die auch neue Lacke angreifen können. Wenn Sie das Band abziehen, und der Lack kommt mit hoch, dann liegt das meist an dem verwendeten Klebstoff. Sie sollten bitte nur "Markenware" für Ihre Bändern verwenden und um die billigen Sonderangebote besser einen Bogen machen. Eine Lackreparatur ist teurer als Sie in einem ganzen Fliegerleben mit billigen Abklebebändern einsparen können.
Einmal im Jahr sollte das Flugzeug gereinigt und gewachst werden. Das kann ein Instandhaltungsbetrieb mit seinen großen Poliermaschinen am besten. Das bekannte Schwabbelwachs ist für Schwabbellack nach wie vor die erste Wahl. Für PU-Lacke gibt es spezielle Mittel, doch kann man auch das gleiche Hartwachs verwenden.
Es gibt immer noch viele Anhänger ohne (funktionierenden) Solargenerator. Jeder Lack hat eine begrenzte Fähigkeit, Kondenswasser - also 100% Luftfeuchtigkeit - zu widerstehen. Wenn aber Ihr Hänger dauernd draußen steht und Wärme-Kälte-Wechselbädern ausgesetzt ist, so muss das unvermeidlich entstehende Kondenswasser durch einen Ventilator abgeführt werden. Sonst bilden sich nach einigen Wochen winzige Lackbläschen. Dass das den Metallteilen auch nicht bekommt, muss nicht betont werden. Also:
Bitte bauen Sie sich einen Solar betriebenen Ventilator in Ihren Anhänger ein - er schützt Ihr wertvolles Flugzeug!