Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass von Anfang an die neu entwickelte Elektronik von unserem Partner Utz Schicke weitgehend fehlerfrei funktioniert hat und keine nennenswerten Probleme auftraten.
Einige Kleinigkeiten sind noch zu verbessern, so kann die Bedienerführung noch etwas intuitiver gestaltet werden, aber solche Dinge sind eben "nur" Software und kosten keinen großen Entwicklungsaufwand.
Die große Frage der Steigleistung lässt sich ganz praxisnah so beantworten:
Die theoretische Steigleistung ist bekanntlich die unter unrealistischen Bedingungen im Betrieb als Einsitzer mit einem sehr leichten Piloten. So werden alle Turbos üblicherweise gemessen aber nur selten auch so geflogen.
Interessanter ist der Vergleich in der Praxis:
Dazu haben wir eine neue DG-1001T gegen die DG-1001TE fliegen lassen. Bei gleicher Motordrehzahl stieg die TE etwas besser, da hier der Luftwiderstand des Motorträgers geringer ist als der des Verbrennungsmotors. Das war ja zu erwarten.
Aber die "TE" hatte während des Test noch Leistungsreserven. Während die "T" schon mit Vollgas lief, konnte die "TE" sogar noch zulegen. Wenn beide Flugzeuge mit Vollgas liefen, stieg der Elektro-Turbo dem Verbrenner-Turbo deutlich davon.
Wie ist es nun mit der Reichweite?
Auch da hat es schon bei der Deutschen Meisterschaft einen Praxistest gegeben, in dem die Maschine besetzt mit zwei gewichtigen Piloten und nahe am Maximalgewicht von 750KG aus einer Entfernung von 70 KM im Sägezahnflug mit zweimaligem Motorstart problemlos einen Flugplatz erreichte. Da war die Batterie aber noch nicht leer.
So war es geplant!
Interessant ist auch die Fähigkeit, den F-Schlepp zu unterstützen.
Ein Verein hat an einem einzigen Tag mit einer Batterieladung 14 Starts im F-Schlepp mit Unterstützung durch den Elektromotor gemacht. Der Motor wurde immer auf Vollgas gefahren, wenn auch die Schleppmaschine anzog und in 150m Höhe abgestellt. Der Start erfolgte jeweils erheblich schneller nach kurzer Rollstrecke, ohne dass eine zusätzliche Lärmbelästigung für die Flugplatzanrainer die Folge gewesen wäre. Gerade bei schwächeren Schleppmaschinen (UL oder Motorsegler) und Lärmproblemen am Platz ist das eine deutliche Verbesserung. Offensichtlich braucht so ein Start auch nur ganz wenig Batterieleistung, so dass anschließend noch genug "Saft" zum Heimkommen verbleibt.
Bei der Deutschen Meisterschaft der Doppelsitzer flog sie zwar insgesamt nur im Mittelfeld wegen einer "Außenlandung" (Start des Motors) nach nur wenigen Kilometern.
Immerhin hat sie aber auch an einem Tag gegen 7 Muster der "Wölbklappenkonkurrenz" den Tagessieg erflogen. Der Pilot war mit dem Flieger und seiner Technik jedenfalls rundherum zufrieden.
…Und unser Verkaufsleiter Stefan flog im Bayerischen Streckenflug Lehrgang „LIMA“ mit einem „Flugschüler“ ohne Streckenflugerfahrung auf Anhieb 500 km weit.
So muss das sein!
Das also sind die Erfahrungen der ersten vier Wochen nach dem Erstflug.
Dieser Artikel wird sicher noch Fortsetzungen finden!
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